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 I WANNA WRITE YOU A SONG # ✘ # AU

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kreuzfüchsin


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BeitragThema: I WANNA WRITE YOU A SONG # ✘ # AU   I WANNA WRITE YOU A SONG # ✘ # AU EmptyDo Dez 03, 2015 1:13 pm

STEP #01 - I WANT TO WRITE YOU A SONG

Leon gab ein genervtes Schnauben von sich, als er der kichernden Mädchentruppe auswich, die sich rücksichtslos durch den ohnehin viel zu engen Durchgang des Shops Richtung Ausgang und zurück in die Mall drängten und ihn dabei fast in die neuste Herbstkollektion schubsten. Nachdem die kleine Schar endlich lärmend vorbei gezogen war, schälte sich der Brite aus den säuberlich auf die Bügel gehängten Klamotten und riss dabei die Hälfte mit herunter. Erneut gab er einen ziemlich genervten Ton von sich und begann die Sachen wieder aufzulesen. „Kommt es nur mir so vor, oder ist Leon heute besonders schlecht gelaunt?“ Iwan kicherte leise über die Frage seines Bruders und versuchte es hinter seinem Schal zu verstecken, während Ioann beinahe ein bisschen unverschämt grinste. „Komm, man kann es ihm aber auch nicht verübeln, das war schon die dritte Mädchentraube heute, die ihn fast übertrampelt hätte“ Lewis konnte sich das Grinsen ebenfalls kaum verkneifen, hatte aber zumindest den Anstand sich von der Seite seines Freundes zu lösen und Leon dabei zu helfen, die Sachen wieder auf die Stangen zu hängen. „Stimmt – wo kommen die heute eigentlich alle her? Man könnte meinen irgendeine Klosterschule in der Nähe hätte Ausgang“ Ioann blickte zu Iwan hinüber, doch der zuckte lediglich ein bisschen desinteressiert mit den Schultern. Nun tauchte Leon endlich wieder hinter den Kleiderstangen auf – offenbar hatte auch den letzten Pullover aufgelesen. „Nylobitches, allesamt, das garantiere ich euch“ Die Köpfe der Zwillinge fuhren derartig synchron herum, dass Lewis blinzelte – so sehr er sich versucht hatte an die Eigenheiten der Zwillinge zu gewöhnen, es irritierte ihn immer noch wenn sie das taten. Diesmal war es sein Iwan, der sprach. „Leon! Das ist das unversöhnlichste, was du je von dir gegeben hast!“ Der älteste Brünette sah ein wenig beschämt drein, aber deswegen nicht weniger verstimmt. „Ist doch wahr! Ich verabscheue sie – alle miteinander. Sollte ich mich je verlieben und ich finde heraus, dass meine Freundin so eine verfluchte Nyllie ist, fliegt sie sofort wieder raus“ Iwan sah ein bisschen überrascht aus mit seinen geweiteten Augen und den hochgeschobenen Augenbrauen, doch er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, während Ioann ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen fragend ansah. Lewis lachte. „Kein Wunder, dass du nie eine abbekommst, in jeder Frau steckt eine schlummernde Nyllie – sie wissen es vielleicht nur noch nicht“ Leon rollte mit den Augen und seufzte genervt – wahrscheinlich weil er vermutete, dass sein Kumpel recht hatte.
„Whowhowhow – wovon redet ihr?! Nylliewasbitches – was hab ich nicht mitgekriegt?“ Ioann sah beinahe ein bisschen beleidigt aus, während er anklagend zwischen seinen Freunden und seinem Zwilling hin und her blickte. Die anderen wirkten nicht minder verwundert, ehe Lewis den Bruder seines Freundes prüfend ansah. „Nyllies? Ny-lo-bitches? Diese hysterischen Fans von Nylo?“ Nun war es an Ioann mit den Augen zu rollen. „So weit war ich auch schon, aber wer zur Hölle soll das sein?“ Leon runzelte die Stirn, während Lewis das Ebenbild seines Iwans ernsthaft zweifelnd ansah und dann fragend zu Iwan selbst. Der zuckte nur mit den Schultern und schüttelte den Kopf, sich keiner Schuld bewusst. „Warte – Iwan weiß davon und Ioann nicht. Das gab es ja noch nie, it's a firstie!“ Iwan kicherte und schüttelte erneut den Kopf. „Nein, du vergisst die NacTacitos!“ Leon hob die Augenbrauen hoch und nickte bedächtig. „Stimmt... ich verstehe immer noch nicht, wie du all die Jahre überlebt hast ohne von NacTacitos zu-“ Ioann hob die Hände und sah nun ernsthaft verstimmt aus. „Jajaja, lustig... ernsthaft, wer oder was ist das nun, Nylo?“ Sein Blick glitt von Lewis, der sich die ganze Zeit über lachend an einer der Kleiderstangen festgehalten hatte, zu Iwan hinüber, der ihn ein wenig entschuldigend musterte. „Lew hat mir vor ein paar Wochen mal ein Lied gezeigt, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Es läuft ja inzwischen überall im Radio und so“ Leon nickte beipflichtend mit eher leidender Miene. „So ein aufsteigender Teenie-Star aus Australien“ Lewis hatte sich inzwischen wieder gefasst und nickte ebenfalls. „Klein, blond, unglaublich niedlich“ Er fing den Blick von Iwan auf und hob abwehrend die Hände, aber Iwan zuckte nur mit den Schultern und nickte. „Stimmt – wahrscheinlich hast du ihn schon in der Werbung gesehen und einfach nicht erkannt“ Ioann sah sie reihum an und wirkte noch immer nicht überzeugt. Lewis seufzte lächelnd und zog sein Telefon heraus, tippte kurz darauf herum und drückte es dem Wood schließlich in die Hand. Der Sound war nicht der beste, doch man konnte immerhin erahnen, dass das Lied ziemlich gut war – Ohrwurmpotenzial.
Ioann starrte das Handy eine Weile voll grimmiger Konzentration an, dann blinzelte er und seine Augen huschten immer wieder über das Display, den kleinen Blonden musternd. Iwan sah ihm über die Schulter und grinste, während sich Leon mit einem ungläubig-leidenden Ächzen abwandte und sich genervt durch die Haare fuhr. Erst als das Handy verstummt war, hob Ioann den Blick wieder, reichte es dem Freund seines Bruders zurück und sah mit zusammen gezogenen Augenbrauen zu Leon hinüber der ihn unbeeindruckt musterte. „Okay, aber ich verstehe immer noch nicht, warum diese Mädchen... diese Nyllies es heute auf Leon abgesehen haben – hast du ihnen irgendetwas getan?“ Leon schnaubte und murmelte etwas von schlechtem Karma, während Lewis wieder lachte. „Nein, die sind einfach überall im Moment und rennen herum wie aufgescheuchte Hühner. Man ist nirgends mehr sicher, seit sie bekannt gegeben haben, dass Nylo nach Kingsbridge kommen wird“ Ioanns Kopf ruckte so hastig zu Lewis  herum, dass der ein wenig zurück schreckte. „Er tut WAS?“ Iwan kicherte wieder in seinen Schal, er ahnte bereits, was nun passieren würde, während ihre Freunde den anderen Zwilling noch ein wenig verstört musterten – er kannte seinen Zwilling. Der sah sie jetzt durchdringend an. „Er kommt... nach Kingsbridge?“ Leon seufzte mit unbewegter Miene, die Aufregung des Größeren völlig falsch deutend. „Sie haben es am Wochenende bekannt gegeben, er wird in der alten Halle am Wellington Square spielen, ein recht kleines Konzert, aber sie sind alle total aus dem Häuschen, weil-“ Ioanns Kopf ruckte zu Leon herum und der verstummte schlagartig, als er ihn unterbrach. „ER KOMMT HIERHER?“ Seine Freunde sahen ihn an, als wäre der Brite ihnen plötzlich unheimlich. „Ja?“ Ioann sah mit todernster Miene in die Runde und atmete tief durch. „Wir müssen uns Karten besorgen!“ Lewis, der gerade noch über Leon gelacht hatte, sah nun entgeistert zu Ioann hinüber; Leons Gesichtszüge hingegen waren völlig entgleist. „Bittewas?“ Ioann sah zu ihm hinüber und wirkte so ernst wie nie. „Wir werden auf dieses Konzert gehen!“ Mit diesen Worten packte er Lewis – weil er dem Ausgang am nächsten war und schleifte ihn hinter sich her. Iwan folgte ihm augenblicklich und Leon trottete ihnen nach – er war ein bisschen blass um die Nase. „Er macht Witze...“ Er sah Iwan an, doch der erwiderte seinen Blick beinahe amüsiert. „Nein, ich denke nicht“ Nun war dem Ältesten die Verzweiflung wirklich ins Gesicht geschrieben und er beeilte sich den anderen Lockenschopf einzuholen...

„Das soll wohl ein Scherz sein“ Ioann sah den Ältesten vorwurfsvoll an. „Jetzt hab dich nicht so!“ Leon funkelte ihn zornig an und hielt sich den Wood mit einem ausgestreckten Arm vom Hals. „Das setz ich nicht auf!“ Er starrte beinahe entsetzt auf den kleinen Blumenkranz, den Ioann in der letzten halben Stunde geflochten hatte. Iwan trug bereits einen und wirkte überaus vergnügt im Arm seines Freundes, der ihn hingerissen betrachtete und ihn auf die Nase küsste. „Ich hab mir so viel Mühe gegeben!“ Ioann sah ihn vorwurfsvoll an, doch Leon funkelte nur weiterhin grimmig zurück. „Dann setz ihn halt selber auf!“ Ioann schob seine Unterlippe ein wenig nach vorn und Leon stöhnte genervt. „Nicht das, Ioann! Vergiss es – ich setz das nicht auf. Es reicht schon, dass ich mit euch auf dieses beknackte Konzert gehen muss, ich bin doch kein bescheuerter Hippie!“ Iwan sah ein bisschen empört von der Wiese zu ihm hinauf und auch Lewis schob die Augenbrauen ein wenig in die Höhe. „Hey...“ Leon rollte mit den Augen und winkte ab. „Ihr wisst, wie ich das meine“ Iwan stand das natürlich ausgezeichnet und da offenbar alle der Meinung waren, dass dies ein Fakt war, den man nicht weiter diskutieren musste, widmete sich das Pärchen wieder ihren kleinen Säuseleien, während Ioann nun die tätowierten Arme vor der Brust verschränkte. Er und Iwan trugen weiße Shirts mit schwarzem Aufdruck und ihre Pullover hatten sie sich um die Hüften geschlungen, dafür war es inzwischen zu warm. Die Sonne verpulverte heute offenbar noch mal ihre letzten Kraftreserven vor dem regnerischen Herbstwetter und bescherte ihnen wundervollstes Spätsommerwetter – das Leon gerade aber nicht genießen konnte, weil Ioann ihn immer noch vorwurfsvoll anstarrte. „Ich hole was zu trinken“ Leon rollte mit den Augen und wandte ihm den Rücken zu, ehe er in Richtung der Stände verschwand.
Es dauerte eine Weile, bis er ind er Schlange voran gerückt war, doch sie waren seit Stunden hier und würden auch noch eine Weile sitzen, also war er nicht in Eile und als er schließlich – drei große Flaschen Wasser im Arm – den Rückweg antrat, fiel sein Blick auf einen etwas abseits stehenden jungen Mann, der ihm den Rücken zugedreht hatte. Grinsend verlangsamte er seine Schritte und hob die Stimme. „Na, hast du deine Freundin verloren..?“ Sein Fehler wurde ihm augenblicklich bewusst, als sich der Angesprochene umwandte und ihn mit einer etwas buschigen aber dennoch perfekt gezupften erhobenen Augenbraue abschätzig musterte. Sein schwarzes Haar war derartig perfekt gestylt, dass die Zwillinge darüber wahrscheinlich direkt ins Schwärmen geraten wären und dieser Junge hatte Wimpern, die wahrscheinlich jedes einzige Mädchen auf diesem Konzert neidisch gemacht hätten. „Schätzchen, sehe ich für dich so aus, als hätte ich eine Freundin?!“ Nein... er hatte genügend Zeit in Gegenwart der Woods verbracht, um es besser zu wissen. „Ah, eh... entschuldige, ich wollte nicht-“ Der abwertende doppelte Wimpernaufschlag war genug, um Leon völlig aus dem Konzept zu bringen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass es Menschen gab, die noch übertriebener wirken konnten als die Zwillinge. „Tss, kusch“ Leon war versucht sich tatsächlich einfach umzudrehen und zu gehen, als ihn ein relativ schwerer Arm von hinten umfasste. „Will der irgendwas von dir, Schatz?“ Er erkannte die Stimme sofort und wandte den Kopf ein wenig zur Seite und in die Höhe, doch der etwas verdatterte Blick blieb bestehen. Ein blumenbekranzter Ioann strahlte ihn von oben herab an, doch sein etwas spitzer werdendes Lächeln wirkte eisig, als er zu dem Fremden hinüber sah. „Als ob...“ Der wiederum schnaubte und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Hast du dir den Bart mal angesehen?!“ Mit diesen Worten und einem weiteren Blick, der quasi Leons gesamte Existenz in Frage stellte, hob der Schwarzhaarige die Nase ein wenig höher und marschierte an ihnen vorbei in Richtung der Stragedoors. Leon sah ihm mit offenem Mund hinterher und Ioann funkelte ein wenig kampflüstern. Dann sah er zu seinem Kumpel hinunter, der noch immer in die Richtung starrte, in die der Fremde verschwunden war. Seine Stimme klang ein bisschen dünn. „Was... ist mit meinem Bart?“ Ioann begann wieder zu lächeln. „Mit deinem Bart ist alles in bester Ordnung, Schatz“ Nun sah Leon ihn wieder an und seine übliche grimmige Miene kehrte zurück. „Lass das“ Ioann blinzelte ihm unschuldig entgegen und lächelte weiterhin. Leon brummte verstimmt. „Hör auf damit!“

Das  Konzert stellte sich als voller Erfolg heraus – die alte Konzerthalle war tatsächlich sehr klein, so dass die jungen Männer nicht allzu viele Mädchenherzen brechen mussten, indem sie ihre Größe und Stärke schamlos ausnutzten, um sich bis in die erste Reihe zu schieben. Lediglich Leon hatte unglücklich ausgesehen, aber niemand hatte etwas anderes erwartet, also ließen sie sich davon nicht die Laune verderben. Der Älteste verbrachte das Konzert quasi komplett damit, mit verschränkten Armen vor der Bühne zu stehen und jeden böse anzufunkeln, der es wagte ihm die Songtexte ins Ohr zu brüllen. Da das vor allem Ioann war, der überaus herzhaft mit seinem Zwilling jeden Song mitschmetterte (wie zur Hölle hatten sie es geschafft die Lieder in so kurzer Zeit zu lernen?!), sah er relativ selten zur Bühne. Lewis war ebenfalls hauptsächlich damit beschäftigt seinen Freund anzusehen, doch der lächelte dabei. Es schien ihn zu amüsieren seinen Freund so ausgelassen zu erleben und sie wirkten beide glücklich, als sie sich bei dem bekanntesten der Lieder im Arm hielten, ehe Lewis ihn am Ende lieblich küsste. Ioann hing an Leons Arm, der versuchte ihn von sich fort zu schieben, aber schließlich doch grinsen musste. Dieser Idiot. Am Ende verabschiedete sich der kleine Blonde strahlend von seinen Fans, verteilte Luftküsschen und lud sie alle ein doch noch auf ein Meet'n'Greet am Merch vorbei zu sehen. Leon wandte sich augenblicklich seinen Freunden zu, um heftig zu protestieren, doch es war bereits zu spät. Ioanns Augen funkelten und ein unheimlich breites Grinsen hatte sich auf seinen Lippen aufgebreitet. Lewis sah zu Leon hinüber und lachte...

„Meinst du wirklich er hat uns gesehen?“ Ioann wirkte aufgekratzt und obwohl sie vollkommen zerwühlt und verwuschelt aussahen, wirkten die Zwillinge bezaubernd mit ihren Blumenkränzen und dem aufgeregten Lächeln auf ihren Lippen. Sie strahlten regelrecht. „Auf jeden Fall, hast du nicht gesehen, wie er und zugezwinkert hat“ Iwan kicherte und Lewis grinste. Ioann hob ebenfalls grinsend eine Augenbraue. „Ich war mir ziemlich sicher, dass er damit Leon meinte“ Selbiger brummte lediglich – er hatte aufgegeben und ließ sich von dem Jüngeren einfach mitziehen, ohne die etwas mechanisch wirkende Miene zu verziehen.Die Zwillinge kicherten wieder und schließlich rückten sie wieder ein Stück vor. Es waren nur noch ein paar Mädchen vor ihnen, die recht ähnliche Gespräche führten und dabei ihre Stapel an Bildern und CDs aufgeregt an ihre kleinen Herzen gedrückt hielten. „Das ist so falsch“, murmelte Leon, als das Mädchen, dass nun an der Reihe war hysterisch zu lachen begann und gar nicht mehr aufhören wollte. „Ach komm schon, lass ihnen den Spaß“ Lewis grinste nur noch breiter und Leon war sich in diesem Moment nicht ganz sicher, ob er von den Nyllies oder von den Zwillingen sprach. Wobei das kaum noch einen Unterschied zu machen schien, so wie sie sich nun auf die Zehenspitzen stellten und die Hälse reckten, um einen Blick auf den Blondschopf werfen zu können. „Siehst du ihn?“ Iwan kicherte und zupfte an Ioanns Shirt, um ihn näher an sich heran zu ziehen, damit er besser sehen konnte. „Oooh, er ist so klein!“ Leon sah die beiden kurz ungläubig an, dann legte er den Kopf in den Nacken und stieß die Luft mit einem leidenden schnaufen aus.
Es dauerte noch eine gefühlte Ewigkeit (für Leon, weil er litt und für die Zwillinge, weil sie so aufgeregt waren) bis sie endlich an der Reihe waren, doch als das dumme Gör vor ihnen endlich Platz machen musste – die Securities mussten sie tatsächlich bitten weiter zu gehen, weil sie sonst sicher über den Tisch zu Nylo gesprungen wäre, nachdem sie bereits versucht hatte ihn zu umarmen. Der Blonde lächelte ihr entschuldigend hinterher und erhob sich sogar ein bisschen hinter seinem Tisch, um die Männer mit besorgter Miene zu bitten, nicht so ruppig mit dem Mädchen umzugehen – er war so ein lieber Mensch!! Ein anderer Security winkte die Jungs näher und als Nylo sich wieder setzte und schließlich zu ihnen aufblickte, begann er breit zu grinsen. „Aaah, die erste Reihe! Hey hey! Hallo! Hat es euch gefallen?“ Iwan war der erste, der seine Sprache wieder fand (von denen, die sprechen wollten...), dem Blonden ihre Bilder über den Tisch schob und ebenso fröhlich zurück strahlte. „Totaaal!“ Nylo grinste ihn breit an und neigte ein wenig den Kopf. „Das freut mich wirklich! Ihr vier ward so süß, echt. Das hat richtig Spaß gemacht. Ich hoffe ihr hattet einen schönen Abend – oh und sorry, Bro!“ Er schmunzelte, als er zu Leon blickte, der verwirrt die Stirn runzelte und nur ein leises „Heh?“ von sich gab. Nylo rümpfte ein bisschen belustigt die Nase und begann schließlich endlich damit die Bilder zu signieren. „Du bist nicht der erste Freund, der auf mein Konzert geschleppt wird, so... sorry!“ Leon sah für einen Moment ziemlich verdutzt aus, dann hob er die Hände und begann mit seiner üblichen Rede – das brachte es mit sich, wenn man als Vierergespann mit einem schwulen Pärchen durch die Gegend lief. Die Leute dachten automatisch er und Ioann wären ebenfalls ein Paar. „Wir sind nicht-“ Doch diesmal fiel ihm Ioann ins Wort, der recht gelöst lachte. „Er steht auf Frauen“ Nylo hob überrascht den Blick zu Leon zurück und sah dann hinüber zu Ioann. Sein Blick lag einen Moment lang auf seinem Gesicht, bevor er über seine Haare, die Schultern und seine Arme wanderte, bis zu den Hüftknochen, die sich unter dem Shirt abzuzeichnen schienen. „Mh, selber Schuld“ Er verkniff sich offenbar ein verschwörerisches Schmunzeln, zuckte mit den Schultern und signierte das letzte Bild und reichte den Stapel an Iwan zurück, um den Lewis inzwischen vollkommen aus Gewohnheit den Arm gelegt hatte. Er strahlte die Vier wieder an und verschränkte die Hände ineinander. „Danke, dass ihr da wart!“ Die Security winkte sie weiter und tatsächlich setzten sie sich allesamt in Bewegung, wobei Lewis und Iwan nicht entging, dass der Blondschopf Ioann noch einen Moment nachsah, der mit leicht geröteten Wangen und blinzelnd von Leon fortgezogen wurde. Lewis grinste. „Hat Nylo etwa gerade...“ Iwan kicherte. „Jaaa...“ Leon gab ein unheilvolles Stöhnen von sich...

„Iwaaaan“ Iwan gluckste und nahm einen Schluck von seinem Glas, ehe er einen fragenden Laut von sich gab. Sie waren in ihrem Lieblingspub eingekehrt, der ein wenig schummrig beleuchtet war und nie wirklich voll. „Erzähl's mir noch mal“ Leon seufzte und mühte sich nicht mal die Stirn von seiner Hand zu lösen – er hatte den Kopf  auf dem Tisch abgestützt. „Wehe, Iwan... wenn ich das noch ein einziges Mal hören muss, werde ich-“ Doch Iwan interessierte sich herzlich wenig dafür, was Leon tun wollte, wenn er stattdessen dieses entzückende verlegene Grinsen auf die Lippen seines Zwillings zaubern konnte. „Er hat dich ab gecheckt, ganz klar... dann hat er dir ein Kompliment gemacht und außerdem hat er dir ziemlich glühend nachgesehen, als wir gegangen sind“ Ioann vergrub das Gesicht in den Händen. „Wirklich? Kein Scherz?“ Lewis schmunzelte gutmütig. „Nein, ich habe es ja auch gesehen!“ Leon brummte. „Ach ja, ich nicht“ Lewis warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. „Weißt du... hast du vielleicht mal überlegt den Job zu wechseln? Ich glaube der einzige, vor dem die ganzen Mädchen noch mehr Angst hatten, als vor den Securities, warst du“ Leon blickte unbeeindruckt zurück und rümpfte sarkastisch die Nase. „Ohne Mist, ihr verarscht mich nicht?“ Iwan lachte leise. „Was hätten wir denn davon...“ Ioann seufzte ein wenig und ließ sich tiefer in die Sitzecke sinken. „Aber das würde doch bedeuten er ist...“ Lewis lachte. „Schwul? Wer weiß“ Ioann runzelte die Stirn. „Aber er soll doch was mit seiner Stylistin haben, die wurden doch-“ Iwan tätschelte ihm die Hand. „Ioni, den Medien darfst du doch ohnehin nichts glauben“ Lewis nickte. „Ein schwuler Teeniestar verkauft sich einfach viel schlechter als ein heterosexueller“ Ioann und Iwan seufzten gleichzeitig ziemlich schwer. „Also ich bin mir ja bei eurem Nylo da nich sicher, aber seine Begleitung ist definitiv oberschwul“ Alle drei sahen verwirrt hinüber zu Leon, der sich ziemlich verstimmt zu Wort gemeldet hatte und folgten dann seinem Blick zur Bar. Ioann verschluckte sich beinahe an seinem Drink, Iwan schnappte nach Luft und Lewis begann recht breit zu grinsen.
Dort an der Bar stand der kleine Blondschopf, die Hände in die Taschen seiner Strickjacke gestopft und auch sonst wirkte er recht normal. Seine Haare waren ein wenig mehr zerstrubbelt, als auf der Bühne und er trug eine Brille, aber es war eindeutig Nylo. An seiner Seite eine etwas größere Blondine und... der arrogante Fremde, den Leon bereits kannte...
Der Älteste sah kurz zu Ioann hinüber, blinzelte aber verdutzt, als er ihn beinahe einen halben Meter tiefer auf seiner Sitzbank kauern sah. „Was zur Hölle-“ Ioann zischte leise. „Sssht!“ Iwan kicherte. „Ioann, komm hoch! Das ist doch großartig!“ Er zupfte am Shirt seines Bruders, der sich in seinem Sitz ein bisschen höher Schob. „Das ist es gar nicht! Aaah, wir hätten wenigstens nach Hause gehen und uns umziehen können oder sowas“ Leon rollte wieder mal mit den Augen und nippte an seinem Bier. „Die gehen sicher eh gleich wieder, wenn die den Lasen hier von innen gesehen haben“ Er sah hinüber zur Bar und hustete in seine Flasche. Nylo kam gerade direkt auf sie zu, wie üblich das strahlende Grinsen auf seinem Gesicht. „Ioann...“
„Hey! Ist ja verrückt – ich dachte schon, wir sind die einzigen hier, die noch weg gehen!“ Leon murmelte leise „Darfst du das überhaupt schon?“ und kassierte dafür unter Protest einen gepfefferten Triff gegen das Schienbein – wobei er sich nicht sicher war, von wem der nun genau stammte. Nylo lachte. „Ja, hier ist nicht so viel los...“ Lewis lächeln wirkte entschuldigend, sowohl für die lahme Abendgestaltung, als auch für Leon, der ihn wütend anfunkelte. „Das haben wir auch schon gemerkt. Zack wollte gern noch tanzen gehen, aber ich fürchte sowas wie eine Diskothek gibt es hier wohl nicht“ Nun begann Leon zu lachen. „Hahahahahaha! Diskothek!“ Lewis sah ihn böse an und Iwan übernahm diesmal das entschuldigende Lächeln, doch Leon redete schon wieder. „Tja, du bist hier in Kingsbridge. Die größte Veranstaltung hier ist wahrscheinlich die alljährliche Weihnachtsmesse“ Lewis grinste ein wenig aufmunternd zu dem Blondschopf hinüber. „Oder ein Nylo-Konzert“ Kurz verzog der Blonde das Gesicht und kratzte sich dann verlegen am Hinterkopf. „Eh, ja...“ Er holte Luft und sprach dann weiter. „Mh, nennt mich doch einfach Niles, ja? Ich kann Nylo nicht wirklich leiden“ Lewis und Iwan strahlten ihn herzlichst nickend an, Leon blinzelte ein wenig verwundert und Ioann... saß noch immer wie vom Donner gerührt auf seinem Platz und lächelte ein wenig schief zu dem Blonden nach oben, der ihn nun ansah und ebenfalls grinste – diesmal ein klein wenig verlegener, doch immer noch unverschämt breit. „Darf ich mich dazu setzen?“ Lewis rückte sofort etwas auf und zog Iwan näher an sich, so dass Ioann nachrutschen und dem Kleinen Platz machen konnte, was dieser natürlich auch tat. Niles lächelte dankbar und quetschte sich in die Niese neben Ioann, lachte herzlich, als sie einander ungeschickt in die Rippen stießen und zog den Reißverschluss seiner Jacke ein bisschen hinunter. Einige Sekunden Lang herrschte verlegenes Schweigen am Tisch, dann meldete sich wieder Leon zu Wort. „Deine Freunde da hinten, wollen die sich nicht auch dazu setzen?“ Er klang wenig angetan von diesem Gedanken. Niles wandte sich kurz um, grinste dann aber Leon an und zuckte mit den Schultern. „Ich glaube, die brauchen ein bisschen Zeit für sich“ Iwan streckte den Hals ein bisschen und blinzelte verwundert. „Ist das nicht deine Stylistin?“ Niles rümpfte ein wenig die Nase und nickte. Iwan sah zu ihm hinüber und beugte sich ein wenig vor. „Mal ehrlich, läuft da was?“ Lewis sah ihn halb schockiert und halb amüsiert an. „Iwan“ Der Lockenschopf schmollte. „Was? Wenn wir schon mal an der Quelle sitzen...?“ Doch Niles lachte einfach und hob eine Hand, um abzuwinken. „Schon gut, kein Problem. Auch wenn ich dazu leider nichts sagen darf“ Sein Lächeln wirkte ein bisschen gequält, aber Leon schnaubte. „Brauchst du auch gar nicht, es ist ziemlich offensichtlich, dass sie nicht auf DICH steht, sondern auf deinen Freund da“ Nun beugte sich auch Lewis ein bisschen aus der Nische heraus, die Stirn gerunzelt. Iwans Kopf folgte. Niles gluckste amüsiert. „Oeh... sieht sie nicht, dass er schwul ist?“ Iwan klang ein bisschen bekümmert, aber Leon schnaubte. „Ich bitte dich, JEDER sieht das – nur sie offenbar nicht. Man sieht immer nur das, was man sehen will!“ Lewis zog die Augenbrauen hoch und zuckte mit den Schultern, aber Niles lachte nur und sah zu Ioann hinüber, der ihn noch immer ansah. „Du hast gar nichts zu trinken“ Seine Stimme klang erstaunlich sanft und Niles blinzelte, sah vor sich auf den Tisch und lachte dann wieder. „Tatsache“ Wortlos schob ihm Ioann grinsend seinen eigenen Drink ein wenig entgegen und Niles strahlte ihn an. „Dankesehr!“ Leon brummte leise und fluchte tonlos, als er schon wieder einen Tritt gegen das Schienbein kassierte...

Ein paar Stunden später verließen sie den Pub und machten sich auf den Weg zurück. Sie hatten beschlossen Niles noch zu seinem Hotel zu begleiten, damit er nicht noch von irgendwelchen verrückten Nyllies angefallen und verschleppt wurde. Leon lief neben Iwan und Lewis, die ihre Arme fest um den jeweils anderen geschlungen hatten. Ein kleines Stück dahinter liefen Niles und Ioann, die sich recht gedämpft unterhielten, um die Nachtruhe nicht zu stören, aber trotzdem war immer wieder das markante Lachen des Blondschopfes zu hören. Seine Freunde liefen ein ganzes Stück dahinter und schwiegen offenbar – oder sie unterhielten sich so leise, dass es niemand hören konnte. „Er lacht ganz schön viel, oder?“ Leon versuchte so leise wie möglich zu sprechen, doch er bezweifelte, dass die zwei Turteltauben ihnen überhaupt zuhörten, egal in welcher Lautstärke sie sich unterhielten. „Mhm, er ist ein ziemlich fröhlicher Mensch“ Lewis lächelte und zog Iwan näher an sich heran, der seufzte. „Ja, und so lieb!“ Leon seufzte ebenfalls, es klang aber keineswegs so hingerissen wie bei dem Jüngeren. Anstatt sich allerdings weiter über den neuen Gruppenliebling zu beschweren, stopfte er einfach die Hände in die Hosentaschen und richtete den Blick wieder auf den Weg. „Aber weißt du... mir ist trotzdem nicht entgangen, wie du seine Stylistin immer wieder beobachtet hast“ Verdammter Spion, dieser Lewis. Sobald er etwas gewittert hatte, ging er in den vollen FBI-Agenten-Modus und kein Geheimnis war mehr vor ihm sicher. Iwan sah verdutzt zwischen ihnen hin und her – Leons verärgerter Gesichtsausdruck musste ihn schließlich verraten haben. „Leoooon!“ Der zischte leise. „Ssscht!“ Kurz sah er sich um, doch Ioann und Niles tuschelten gerade miteinander. „Sie ist ganz... hübsch?“ Tatsächlich hatte er sie gesehen und als das wunderschönste Wesen auf dieser Welt bekannt. Lewis schien das längst erkannt zu haben und schmunzelte. „Nun, sie scheint offenbar auf eine gewisse Sorte Mann zu stehen und da dieser Zack ganz offensichtlich nur an Nylooo~ interessiert zu sein scheint, stehen deine Chancen vielleicht gar nicht so schlecht“ Leon rollte mit den Augen, grinste aber – bis ihm etwas aufging. „He, warte was?!“ Lewis lachte leise. „Wie, eine gewisse Sorte Mann? Willst du damit sagen ich wirke schwul?!“ Iwan kicherte und Lewis neigte den Kopf ein bisschen ungeduldig, lächelte aber gutmütig. „Natürlich nicht – aber du hängst ständig mit uns herum, das hinterlässt Spuren“ Leon sah ihn verständnislos an. „Spuren..?“ Lewis grinste, weil Iwan gar nicht mehr aufhören konnte zu kichern. „Ja – vielleicht nicht ganz so krass, wie bei unserem Prinz Ali da hinten, aber doch ein wenig – du wirkst gepflegt, dein Stil ist makellos und deine Haare sind immer on point“ Iwan deutete eine kleine Verneigung an und Lewis nickte ihm anerkennend zu. Leon runzelte die Stirn und richtete den Blick wieder auf die Straße... darüber hatte er noch nie nachgedacht, aber Lewis hatte Recht. „Gern geschehen“ Lewis grinste breit und küsste Iwan amüsiert auf die Schläfe...

Am Hotel angelangt, verabschiedeten sich Iwan und Lewis sehr herzlich von Niles, der sie an sich drückte und ihnen strahlend für den schönen Abend dankte. Leon klopfte er ebenfalls auf die Schulter und entschuldigte sich noch einmal für alles, so dass der einfach nur ein wenig gnädiger murmelte „Schon gut, bist... n cooler Typ“, was den Blonden wiederum zum Lachen brachte. Leon sah aus, als wolle er warten, bis auch die anderen am Hoteleingang ankamen, doch Iwan schlang den Arm um seinen Hals und zog ihn mit sich, bis sie zumindest außer Reichweite waren, so dass sich Niles und Ioann ungestört unterhalten konnten...
Die die beiden schwiegen allerdings einen Moment lang und sahen ein wenig verlegen aus, während sie die Schultern und den Nacken des anderen musterten. Schließlich war es Niles, der den Blick wieder hob und natürlich grinste. „Mh, das war ein wirklich schöner Abend... Ioann“ Ioann fasste sich ein Herz und schmunzelte. „Oder?“ Sie lachten leise und Niles seufzte schließlich, dann wirkte er ungewöhnlich ernst. „Weißt du... ich darf das eigentlich nicht und... wahrscheinlich ist es total blöd, aber... würdest du... uhm... ich fänd's schön wenn, eh-“ Ioann blinzelte leicht und legte die Stirn in leichte falten. Wollte Niles ihn gerade wirklich fragen, ob er... Sein Herz begann heftig zu klopfen, als er den leichten Rosaschimmer auf den Wangen des Blonden bemerkte. Dann schien er seine Zweifel zu überwinden und grinste ihn von unten her an. „Würdest du mir deine Nummer geben?“ Er lachte befreit und kratzte sich wieder verlegen am Hinterkopf, während Ioann ein wenig überrascht blinzelte. Das war nicht, was er erwartet hatte, aber der kurze Stich des Unterwarteten wurde überspült von einer jähen Welle der Zuneigung. „Sicher!“ Niles sah nicht weniger zufrieden aus und kramte sein Handy aus der Hosentasche, um es zu entsperren und Ioann zu überreichen. Der tippte seine Nummer ein und speicherte sie. „Danke, ehrlich... darf ich dir dann schreiben?“ Nun lachte Ioann. „Natürlich, sonst hätte ich sie dir ja nicht gegeben“ Niles rümpfte verlegen die Nase und zuckte mit den Schultern, aber bevor er noch etwas sagen konnte, erklangen die Stimmen seiner zwei Freunde hinter ihm. Er blickte kurz über seine Schulter, das Handy abwesend in den Händen drehend, dann sah er wieder zu Ioann und holte tief Luft. „Also... dann“ Ioann grinste. „Dann...“ Sie sahen sich weiterhin an und machten keinerlei Anstalten sich voneinander zu verabschieden. „...Schreibe ich dir“ Niles unterbrach ihren Blickkontakt nicht einmal, als seine Stylistin nach ihm rief und schließlich schon mal in der Drehtür verschwand. Zack wartete, doch das kümmerte keinen der beiden. Ioann grinste. „Wehe, wenn nicht“ Niles grinste ebenfalls und einen Moment verharrten sie einfach so. Zack gab einen genervten Ton von sich und verschwand ebenfalls nach drinnen, während Niles schließlich den Blick kurz zu Boden gleiten ließ und ihn dann wieder (noch ein wenig niedlicher) von unten her angrinste. „Versprochen“ Ioann seufzte hingerissen, schob dabei aber die Augenbrauen in die Höhe. Seine Mundwinkel zuckten, während er versuchte sich nicht allzu viele Hoffnungen zu machen. „Du singst doch, dass du nicht gut bist im Versprechen halten“ Niles verzog kurz das Gesicht und sah nicht sonderlich glücklich aus, stockte aber, bevor er etwas sagen konnte. Dann schüttelte er den Kopf und seufzte. „Das hab ich aber nicht geschrieben“ Ioann wirkte überrascht, lächelte aber. „Oh...“ Zack klopfte von innen an die Scheibe und Niles schreckte auf, dann seufzte er ein wenig schwerer, beugte sich vor und gab Ioann einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Mit einem breiten Grinsen löste er sich von dem Größeren, der überrascht blinzelte und huschte durch die Drehtür ins Hotel. Dann war er verschwunden...
„He, Romeo, kommst du dann?!“ Ioann fuhr herum und sah seinen Bruder im Arm seiner beiden Freunde – alle drei grinsten ziemlich breit...
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BeitragThema: Re: I WANNA WRITE YOU A SONG # ✘ # AU   I WANNA WRITE YOU A SONG # ✘ # AU EmptyFr Dez 04, 2015 5:44 pm

STEP #02 - ONE AS BEAUTIFUL AS YOU ARE SWEET

„Hört er eigentlich jemals wieder auf zu grinsen?“ Mit beinahe argwöhnisch zusammengezogenen Augenbrauen beobachtete Leon den unwesentlich älteren Zwilling, der schon wieder an seinem Handy hing und flüchtig über die Zeilen huschte, die es gerade zum vibrieren gebracht hatten – Leon hatte ihm gedroht das Telefon im nächsten Bierkrug zu versenken, wenn er den Ton nicht ausstellte. „Wahrscheinlich dann, wenn du wieder damit anfängst“ Lewis wirkte heute irgendwie besonders vergnügt und grinste breit, als Leon kopfschüttelnd den Blick von Ioann abwandte und sich wieder seinem Burger widmete. Iwan lehnte sich ein wenig näher an seinen Freund und beobachtete den Ältesten mit einer Mischung aus Faszination und Unglauben. „Wie kannst du nur all dieses Zeug in dich hinein stopfen?“ Leon blickte ihn über seinen Burger hinweg an, die Stirn in leichte Falten gelegt, wobei er demonstrativ gründlich kaute. „Irgendetwas muss ich ja essen – und da ich nicht mehr bei Mutti wohne-“ Ioanns leises Lachen unterbrach ihn und er hob fragend den Blick, ehe er registrierte, dass er über irgendetwas auf seinem Handy gelacht hatte. Genervt stieß er die Luft aus und schluckte seinen Bissen herunter. Lewis warf ihm einen vielsagenden Blick zu, den Leon allerdings mit nur wenig Begeisterung erwiderte. Dennoch verkniff er sich einen sarkastischen Kommentar und biss wieder beherzt in seinen Burger hinein. Iwan verzog kurz das Gesicht und kicherte dann, als sich Leon beinahe mit Mayonnaise bekleckerte. Lewis lenkte schließlich das Thema zurück auf das gestrige Spiel ihrer Lieblingsfußballmannschaft und das war der Punkt, an dem sich Iwan ausklinkte und Lewis einen Kuss auf die Wange gab, ehe er sich aus seiner Umarmung ein wenig vor lehnte, um einen Blick auf Ioanns Display zu erhaschen. „Und – schon was neues?“ Ioann grinste und neigte den Kopf erst zur einen, dann zur anderen Seite.
Seit ein paar Tagen gab es quasi ständig etwas neues und gerade für die Zwillinge war es natürlich überaus aufregend ihren ganz persönlichen Nylo-bzw-Niles-Liveticker zu besitzen, doch inzwischen bestand der hauptsächlich nur noch aus Beschwerden über Zack und Säuseleien, die an Ioann gerichtet waren. Dafür, dass er auf dem Heimweg vom Hotel noch der festen Überzeugung gewesen war, dass er nie wieder von dem Blonden hören würde, war er inzwischen um so enthusiastischer. „Lyvvie hat gedroht ihm die Haare rot zu färben, wenn er nicht gleich das Handy weglegt und ihr nicht gleich mit Zack hilft“ Ioann rümpfte die Nase und sah zu seinem Bruder hinüber. „Jetzt hat er mich gefragt, ob ich ihn auch als Ginger nehmen würde“ Iwan gab ein leises „Aww“ von sich und legte sich die Hand an die Brust, während Lewis lachte und den Kopf schüttelte. „Ginger haben keine Seele“, gab Leon mit vollem Mund von sich und kassierte einen tadelnden Blick von den Zwillingen, woraufhin er sich zumindest die Hand vor den Mund hielt. „Was?!“ Iwan wandte den Blick wieder Ioann zu, der Leon noch immer ansah, dann aber Iwand Blick begegnete. „Und, was hast du geschrieben?!“ Lewis grinste. „Ja natürlich, was denn sonst?!“ Ioann zog eine Grimasse, legte das Telefon beiseite... und zuckte dann nur betont gleichgültig mit den Schultern, konnte sich ein schmunzeln aber nicht verkneifen. Iwan kicherte und langte über den Tisch nach seiner Hand, um sie zu drücken. „Ich habe ihm gesagt, er soll es trotzdem nicht riskieren“ Ioann grinste, doch sein Blick schoss sofort wieder zurück zu seinem Telefon, als er vibrierte und aufleuchtete. Die Hand, die Iwan nicht hielt, fischte danach und entsperrte das Display. „Und... ist ihr der Farbpinsel schon ausgerutscht?“ Leon hatte diesmal keinen vollen Mund, doch der Blick den Lewis ihm zuwarf war nicht weniger tadelnd. Es war wohl ziemlich offensichtlich, dass Nylos Stylistin ihm nicht einfach die Haare färben konnte, ohne dabei ihren Job zu riskieren, aber die Vorstellung, dass der Blondschopf es riskierte, um weiter mit Ioann zu schreiben, war einfach zu süß. Ioann tippte bereits wieder und grinste noch ein wenig breiter. „Nein, er sagt, sie ist noch zu sehr mit Zacks Pinsel beschäftigt“ Leon, der sich längst wieder auf sein Essen konzentriert hatte, rutschte beinahe der Burger aus dem Mund und Lewis lachte so herzlich, dass er den Kopf in den Nacken warf, während sich Iwans Augen weiteten, und sein Grinsen beinahe von einem Ohr zum anderen reichte. Ioann kicherte ebenfalls und drehte dann das Telefon so, dass die anderen das Bild sehen konnten, das Niles ihm geschickt hatte – ein kleiner schwarzer Zopf, der offenbar auf dem Hinterkopf des schwulen Schwarms seiner Stylistin prangte... und nicht mal das entstellte ihn. Leon brummte etwas und biss wieder in seinen Burger, während Lewis sich Lachtränen aus dem Augenwinkel wischte. Ioann hatte wieder zu tippen begonnen. Für den Augenblick kehrte Ruhe in der Gruppe ein, während Leon seinen Burger in sich hinein stopfte und Lewis damit begonnen hatte Iwans Haare zurecht zu streichen, tippte Ioann immer weiter, das Grinsen fest auf seinen Lippen verankert.
Schließlich kicherte er leise und wollte das Telefon gerade weglegen, als es erneut vibrierte – diesmal allerdings nicht wegen einer Nachricht. Während er auf das kleine Vögelchen klickte, lächelte er immer noch ein wenig. Leon hatte längst aufgegeben sich zu beschweren und wollte gerade nach seiner Cola greifen, als sein Blick auf Ioann fiel, der nun doch nicht mehr lächelte. „Ehm.. Ioann?“ Iwans Kopf ruckte herum und auch Lewis sah beunruhigt auf. Ioann hob den Blick und drehte ihnen das Handy wieder zu – ein Bild prangte auf dem Display von einem gespielt erschrockenen Niles, der es schaffte trotz der geweiteten Augen und dem aufgerissenen Mund irgendwie noch zu grinsen. Seine Haare waren voller roter Farbe und darunter prangte der Tweet. IN THE NAME OF LOVE~ Es war Leon, der als erster seine Stimme wieder fand „Ernsthaft?!“

„Hast du gesehen, wie er gegrinst hat, als der Interviewer ihn gefragt hat, was die Aktion zu bedeuten hatte?“ Iwan kicherte und rollte sich auf den Rücken, den Blick an ihre Zimmerdecke gerichtet. Ioann lag bereits in einer ähnlichen Position und grinste von einem Ohr zum anderen. „Jaaa!“ Es klang ein wenig hingerissen. „Er hat sich ja kaum die Mühe gemacht es zu verstecken und diese Begrüüündung! Rot sei nun mal die Farbe der Liebe – jaaa, sehr überzeugend!“ Iwan rollte übertrieben mit den Augen und Ioann lachte. „Naja, das sollte er ja sagen... er hat auch ziemlichen Ärger bekommen und Lyvvie erst! Zum Glück war das keine richtige Farbe, sonst wäre sie ihren Job sicher los gewesen...“ Sie kicherten trotzdem. „Naja, es war ja schon fast wieder raus, obwohl ich sagen muss, dass er selbst in Rot gar nicht so schlecht aussah“ Ioann riss die Augen auf und grinste. „Oder?!“ Noch im selben Moment ging wieder das Handy und sie rollten sich gleichzeitig zueinander auf den Bauch, um einen Blick auf das Display zu werfen, das einen weiteren Tweet verkündete. Let me smell the moon in your perfume~ Kurz sahen sie sich an, dann drückte Ioann hektisch auf den HOME-Button und befragte Google. Einen Moment verharrten sie in Stille – Ioann hatte die Augenbrauen zusammen gezogen und Iwan schob sie in die Höhe, während sein Grinsen immer breiter wurde. „Meet meee~ in the middle of the day? In the middle of the night?“ Ioann stieß mit seiner Schulter gegen die des Zwillings, konnte sich ein Grinsen allerdings auch nicht verkneifen, als er den Messenger aufrief. Niles war bereits online... Einen Moment verharrten sie, wähend Ioann nachzudenken schien... Plötzlich kicherte Iwan und Ioanns Augen huschten hinauf zu der Anzeige... schreibt... Genau drei mal wechselte das kleine Wort auf online und wieder zurück, ehe Iwan wieder kicherte. „Sieht so aus, als könnte er sich auch nicht entscheiden“

Niles: heyhey u awake!
Me: sure, just saw the interview~
Niles: ow, dat bullshit. really, even i could have made up a better story
Me: yea, was kinda obvious
Me: your lunatic grin wasnt helping tho
Niles: couldnt help it, hahaha
Niles: u saw the tweet btw?
Me: nice one, yea
Me: i kinda like that song
Niles: brat, i wasnt asking about the song

Iwan begann zu lachen und Ioann vergrub sein Gesicht im Kissen, doch Iwan packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn. "Schreeeib!"

Me: so u r actually asking me out
Me: with a hidden tweet message?
Niles: too cliché?
Me: i love clichés
Niles: hahahaha
Niles: ... so thats a yes?
Me: obviously
Niles: oh... wow
Niles: guess i should have planned that further
Me: hehe, idiot

Erneut vibrierte es, doch diesmal war es Iwans Telefon und ein überaus niedliches Bild von einem schielenden Lewis erschien auf dem Display – er rief an. Iwan schob den Grünen Button beiseite und schaltete auf laut. “Hat er ihn wirklich über Twitter nach einem Date gefragt” Iwan lachte über den aufgeregten Tonfall seines Freundes. “Jaaa” Lewis lachte. “Was hat er gesagt?” Ioann hielt sich die Hände vor die Augen. “Jaaa?” Lewis lachte wieder. Ioann blinzelte, als sein Telefon vibrierte und ein zweiter Chat angezeigt wurde.

Leon: are you fucking serious?!!




„Du hättest wirklich nicht bezahlen müssen“ Niles war die einzige Person, die Ioann je getroffen hatte, die gleichzeitig schuldbewusst und fröhlich aussehen konnte, ohne dabei  mit dem Grinsen aufhören zu müssen – und dieses Grinsen war zudem auch noch höchst ansteckend.
„Ich weiß“ Ioann zuckte mit den Schultern und versuchte seine Mundwinkel unter Kontrolle zu bekommen, doch sie schossen einfach jedes Mal in die Höhe, sobald er den Kleineren ansah.
Niles gab ein resignierendes Seufzen von sich und richtete seinen Blick dann die Straße hinunter, die sie gerade entlang liefen. Niles stopfte seine Hände in die Jackentaschen – eine Angewohnheit, die dem Zwilling bereits bei ihrem ersten inoffiziellen Treffen aufgefallen war – doch dabei berührten sich ihre Arme und Ioann grinste. Ihm entging nicht, dass der Blonde etwas beschwingter wirkte als zuvor und auch, dass das Lächeln nicht mehr von seinen Lippen wich – das war gut. Als er hier angekommen war hatte er müde ausgesehen, ein bisschen erschöpft beinahe... jetzt strahlte er wieder und da war auch wieder das leichte Hüpfen in seinem Gang, das dem Größeren vorhin ein bisschen gefehlt hatte. Kaum merklich wurde das sanfte Lächeln auf seinen Lippen breiter, obwohl er den Blick nun ebenfalls abwandte und die Straße entlang blickte.
Sie waren ohnehin 'in der Nähe' gewesen – zwei Stunden mit dem Auto, aber das war für Nylos Verhältnisse ja nur ein Katzensprung und so hatte er sich aus seinem Hotel aus hierher fahren lassen. Niles hatte sich den Abend frei geschaufelt, indem er einen akuten Schwächeanfall vorgetäuscht hatte. Fein, im Prinzip hatte er zwischen zwei Terminen nur an seine Schläfe fassen und 'Ich fühl mich gar nicht gut' murmeln müssen und sein Manager war wie von der Tarantel gestochen herum gerast, um Interviews zu verschieben. Der Blondschopf hatte beinahe ein schlechtes Gewissen bekommen, aber ihm war recht schnell wieder eingefallen, wie streng Morgan sein konnte und als er – sich inzwischen selbst die Schläfen massierend – geseufzt hatte 'Aber nur den einen Abend', war sein Mitleid recht schnell wieder verflogen. Trotzdem war das eindeutig als Sieg zu verbuchen und sein Fahrer hatte ihn postwendend zurück in sein Hotel verfrachtet, wo er (anstatt wie verordnet auszuspannen) seine Tasche nahm und direkt wieder ins Auto schmiss. Sinnbildlich, denn eigentlich tat das sein Fahrer für ihn. Er selbst hatte auf dem Rücksitz gewartet und breit grinsend abwechselnd mit Ioann geschrieben und mit Lyvvie telefoniert, um sie zu beknien ihm das Hotel vom letzten Mal auf ihre Rechnung zu buchen, damit Morgan ihm morgen den Erdboden nicht NOCH näher bringen würde. Er hatte zwar ein eigenes Konto zu seiner Verfügung, aber auch das konnte sein Manager einsehen – und außerdem hatte er absolut keine Ahnung, wie man ein Hotelzimmer buchte... wahrscheinlich hätte er sogar seinen richtigen Namen benutzt. Lyvvie ließ sich schließlich beknien (aber nur im Austausch für äußerst romantische Informationen) und sobald sie aufgelegt hatte, machten sie sich auf den Weg. Dass sein Fahrer ihn nicht verpetzen würde war ohnehin klar – bei all seinen kleinen verbotenen Abstechern zu McDonalds oder ins nächste Kino, war er schon immer sein größter Komplize gewesen.
„Weißt du, ich mag Kingsbridge“ Niles schlug nun wieder den Plauderton an, in dem sie sich bereits die letzten Stunden ununterbrochen unterhalten hatten, doch etwas daran hatte sich verändert. Ioann hob eine Augenbraue und blickte aus den Augenwinkeln zu dem Jüngeren hinüber. Der schien seine Skepsis eher auf den Fakt als auf sich zu beziehen und kicherte leise. „Naja, zumindest das, was ich bis jetzt gesehen habe – und außerdem kennt mich hier offenbar kaum jemand“
Ioann lachte und nun war es an Niles skeptisch zu gucken, doch der Größere konnte nicht anders, als den Kopf in den Nacken zu legen und weiter zu lachen, ehe er den Arm um die Schultern des Kleineren schlang und ihn so beherzt näher zu sich heran zog, dass dieser kurz taumelte und einen überraschten Laut von sich gab. Der Australier war so herrlich ahnungslos, dass es den Lockenschopf jedes Mal wieder entzückte, wie wenig der kleine Teeniestar zu kapieren schien.
„Niles, hier hat wahrscheinlich jedes Mädchen im Umkreis von dreißig Meilen ein Poster von dir im Schlafzimmer – sie wissen nur einfach nicht, dass du gerade an ihrem Haus vorbei schlenderst...“ in seinen Armen.
Das etwas verlegene Grinsen und die Art, wie er seinen Kopf ein bisschen schräg legte, um ihm von unten her eine Grimasse zu schneiden, brachte Ioann wieder zum Lachen... den Arm ließ er allerdings wo er war. Doch Niles schien das nicht zu stören, denn auch wenn man es wahrscheinlich nicht sehen konnte, spürte der Größere sehr wohl, dass sich der Blonde näher an ihn lehnte und seine Schulter gegen seine breite Brust drückte. Sein Herz machte einen erfreuten kleinen Hüpfer und sein Lächeln wurde wieder breiter. Leon hätte ihn sicher aufgezogen, wenn er ihn den Abend über wie ein Idiot grinsend gesehen hätte, doch das war ihm egal – Niles war hier... in Kingsbridge... wegen ihm – das war ja wohl durchaus ein Grund zum Grinsen!
„Ich hoffe ja wohl nicht nur jedes Mädchen!“ Die Stimme des Australiers wies einen neckischen Unterton auf, der Ioann nur allzu bekannt vorkam und auch wenn er das unverschämt schiefe Grinsen des Sängers entzückend fand, konnte er nicht umhin eine Augenbraue in die Höhe zu schieben und selbst einen Mundwinkel in die Höhe zu ziehen, was ihm einen süffisanten Gesichtsausdruck verlieh.
„Nein, Zack wahrscheinlich auch“ Seine Augenbrauen schoben sich ein bisschen zusammen, während er nickte und die Lippen ein wenig schürzte – serious business! Niles hingegen hatte den Kopf in den Nacken geworfen (so weit das eben ging ohne Ioanns Arm fort zu schieben) und brach in schallendes Gelächter aus. Fast schon ein bisschen stolz grinste der gebürtige Russe auf den Jüngeren hinunter und ignorierte dabei vollkommen, dass sie wahrscheinlich gerade die halbe Straße aufweckten mit ihrem Gelächter – aber hey, wer konnte schon von sich behaupten nachts von Nylo aus dem Schlaf gerissen worden zu sein. Diese armen Leute wussten es nur nicht und hielten sie wahrscheinlich für zwei betrunkene Teenager... was sie gewissermaßen ja auch waren, nur ohne den Alkohol. Ioann für seinen Teil fühlte sich allerdings durchaus ein wenig betrunken – betrunken von Glück. Seine Augen funkelten, als er Niles beim Lachen zusah, bis dieser sich endlich einigermaßen beruhigte und noch immer glucksend ein leiseres „Oooh!“ von sich gab.
Sie hatten bereits über Zack gesprochen und nachdem Ioann nun endlich sehr sehr sicher war, dass Niles sich absolut nicht für den fast schon exotisch aussehenden Schwarm seiner Stylistin interessierte, fiel es dem Lockenschopf leichter über ihn zu lachen. Gewissermaßen tat er ihm nun Leid – armer Zack, hatte es so sehr auf Nylo abgesehen, dass er sich sogar auf eine Flirterei mit einer Frau einließ und dann landete er doch in den Armen eines anderen... Tja, Life.
Das Hotel war nicht weit entfernt – eigentlich nur ein paar Straßen weiter und plötzlich bereute Ioann keinen längeren Weg gewählt zu haben. Als es in Sichtweite kam, wurden sie langsamer und er spürte, wie sich Niles ein wenig verspannte. Er wollte den Arm von seiner Schulter nehmen – nur für den Fall, dass vielleicht doch jemand erfahren hatte, dass Nylo hier war und nun darauf wartete ein Foto schießen zu können – doch Niles' Hand schoss in die Höhe und schloss sich um sein Handgelenk. Ioann spürte, dass sein Herz wieder einen kleinen Hüpfer machte und seine Mundwinkel schossen automatisch wieder in die Höhe.
Die letzten Meter liefen sie schweigend, einfach nur dem unsteten Herzschlag des anderen lauschend. Beiden war bewusst, was nun kommen würde und ganz offensichtlich waren beide unglaublich nervös. Als sie schließlich am recht verlassenen Hoteleingang ankamen, wurden sie langsamer und blieben schließlich stehen. Niles machte ein paar wippende Schritte auf der Stelle, ehe er sich von Ioann löste, sein Handgelenk aber nicht losließ. Stattdessen wandte er sich zu ihm herum und legte die noch freie Hand in seine, um ihre Finger miteinander zu verschränken.
„Mh, ich bin nicht gut in sowas... ich... hatte noch nie sowas wie ein richtiges Date...“ Es war ziemlich offensichtlich, dass es ihn massig Überwindung kostete das zuzugeben und die Art, wie er nervös auf Ioanns Brust starrte, statt ihm in die Augen zu sehen, ließ den Älteren ein wenig sanfter blinzeln – obwohl er sich ein Grinsen trotzdem nicht verkneifen konnte, als er gespielt entsetzt die Augen aufriss.
„Oh – das war ein Date?! Aah, Wieso hast du nichts gesagt? ich hätte mich fein angezogen!“ Seine Worte erzielten die gewünschte Wirkung und Niles grinste wieder ein bisschen, wobei er belustigt schnaubend den Kopf schüttelte. Dennoch sah er nicht zu ihm auf und begann wieder nervös seine Finger zu kneten.
„Nein, ehrlich... Ich weiß nicht, wie das funktioniert... also wirklich“ Ioann sah ihn fragend an und hatte die Augenbrauen nun ein wenig in die Höhe gezogen. Niles hob ganz kurz den Blick, weil er nichts sagte und der Größere konnte sehen, dass er ein bisschen rosa angelaufen war. „Ich meine... ist es okay, wenn ich dich küsse? Sollte ich nicht eigentlich dich nach Hause bringen? Lade ich dich noch auf einen Kaffee ein, oder sehen wir uns gar nicht wieder?“
Ioann blinzelte kurz – nicht nur, weil ihn der Schwall an Fragen überraschte, sondern auch weil ihm der Gedanke, dass das vielleicht das erste und letzte ernsthafte Treffen sein könnte, bisher überhaupt nicht gekommen war. Kurz zeichnete sich eine kleine Falte zwischen seinen Augenbrauen ab, dann schloss er die Augen und schüttelte mit zusammen gezogenen Augenbrauen den Kopf.
„Erstmal... hält sich heute sowieso keiner mehr an solche Regeln und selbst wenn, dann habe ich bezahlt, also bringe ich dich auch nach Hause, oder? Aber ich glaube nicht, dass noch irgendjemand   tatsächlich auf die Etikette achtet“ Der Lockenschopf hatte sein schiefes Grinsen wieder gefunden und beugte sich ein bisschen näher zu ihm hinüber, während sich seine Finger fester um die des Sängers schlossen, doch Niles sah nicht überzeugt aus. Zur Abwechslung grinste er mal nicht, sondern sah nun selbst mit zusammen gezogenen Augenbrauen zu ihm hinauf.
„Neineinein! Ich will das richtig machen!“ Ioann blinzelte und lehnte sich wieder ein kleines Stück zurück, dann musste er lachen. Niles sah ein bisschen verzweifelt aus, doch es war ein sanftes Lachen und schließlich rückte Ioann ein Stück von ihm ab, allerdings ohne seine Hand loszulassen.
„Schön! Dann machen wir es eben richtig - aber dann bringe ich dich auch bis vor die Haustür, so gehört sich das“ Allein das strahlende Lächeln, das sich nun auf den Gesichtszügen des Australiers ausbreitete, war es ihm wert gewesen und nun, da Niles ihn stolz grinsend durch die Drehtür zum Empfang zog, konnte er sich ein hingerissenes Schmunzeln kaum verkneifen.
„Niall Horan, mein Fahrer hat vorhin für mich eingecheckt“ Ioann konnte ein resignierendes Seufzen gerade so zurück halten und einigermaßen belustigt beobachtete er die junge Frau, die Niles mit großen Augen anstarrte und ganz blass geworden war, während sie unter die Theke griff und einen Schlüssel hervor zog. Niles schenkte ihr eines seiner strahlenden Lächeln und nahm ihn entgegen. „Danke!“ Dann zog er Ioann mit sich in Richtung der Fahrstühle.
„Du weißt schon, dass es absolut nichts bringt einen falschen Namen zu benutzen, wenn du so hier rein marschierst und sie angrinst? Dass du erwähnst, dass der Mann dein Fahrer war, hat vielleicht auch nicht wirklich geholfen“ Niles hatte die Pfeiltaste nach Oben gedrückt und sah dann fast ein bisschen unschuldig zu ihm hinauf.
„Ach... Meinst du, sie hat mich erkannt?“ Ioann sah ihn ungläubig an, doch der Blonde hatte den Blick schon wieder abgewandt und linste zur Stockwerkanzeige hoch. „Aber sie hat gar nichts gesagt“ Der Ältere verspürte das dringende Bedürfnis den kleinen Sänger zu packen und hier auf der Stelle abzuknutschen, einfach weil er so unglaublich niedlich war in seiner Naivität – dann warf er allerdings einen Blick über die Schulter und entdeckte natürlich die Rezeptionistin, die sich halb über ihre Theke gelehnt hatte, um ihnen nachzusehen. Beschämt glitt sie wieder auf ihren Platz zurück und Ioann grinste.
Der Fahrstuhl ratterte leise im Takt der Musik, die Ioann in diesem Moment irgendwie Fehl am Platz vorkam. Er konnte nicht genau sagen, ob es daran lag, dass er sich der Finger, die sich noch immer um seine eigenen schlossen nun überdeutlich bewusst wurde, oder dass ihn Fahrstuhlmusik schon immer irritiert hatte, doch er bemühte sich locker zu bleiben. Auch Niles wirkte wieder angespannter und Ioann spürte, wie ihm die Hitze in die Wangen stieg. Was tat er hier eigentlich?!
Bevor er sich in die Antwort hinein steigern und ernsthafte Panik bekommen konnte, gab der Fahrstuhl ein leises BIMM von sich und öffnete beinahe lautlos die Tür. Der Flur vor ihnen roch nach dem alten Teppich und er war wie ausgestorben, doch das war Ioann nur recht. So konnte er weiterhin Niles' Hand halten, der begonnen hatte wieder nervös seine Finger zu kneten. Sachte strich der Größere mit dem Daumen über seinen Handrücken und er meinte aus dem Augenwinkel zu sehen, dass Niles lächelte.
„Ah, hier ist es!“ Der Blonde klang ganz kurz begeistert (wahrscheinlich weil er es fast ohne Hilfe geschafft hatte sein Zimmer zu finden!), doch dann hielt er inne und wandte sich zu Ioann um. Der lächelte, doch das konnte der Kleinere wieder nicht sehen, da er auf ihre Hände schaute. „Mh... danke? Für den schönen Abend und... aaaah, ich hasse das!“ Er legte den Kopf in den Nacken und sah gleichzeitig leidend und amüsiert aus, während er ein wenig hin und her schwankte. Ioann lachte.
„Du schlägst dich doch recht gut, finde ich“ Das schien den Jüngeren aufzubauen und er ließ den Kopf wieder nach vorne sinken. Nun sah er den Größeren wieder an und lächelte, während er auch seine andere Hand nahm.
„Okay, also... wirklich, ich hatte sehr viel Spaß heute und das hat mir echt total gut getan“ Erst jetzt, da Niles ihn etwas sanfter lächelnd anblinzelte, fiel Ioann auf wie müde er wirklich aussah. Wahrscheinlich war es wirklich nicht schlecht gewesen ihm einen Abend Ruhe zu gönnen, bevor er wirklich noch zusammen brach. Ioann bemühte sich darum weiter zu lächeln und nicht allzu besorgt auszusehen. Niles runzelte ein bisschen verunsichert die Stirn. „Ehm... sehen wir uns denn wieder?“
Ioann grinste verschmitzt und blinzelte ihm aufmunternd zu. „Wenn du das denn möchtest“ Jetzt strahlte Niles wieder und nickte so begeistert, dass Ioann am liebsten wieder gelacht hätte. Stattdessen löste er seine Hände aus denen des Sängers und zog den Blondschopf in seine Arme. Er konnte spüren, dass dieser die Arme um seine Schultern schlang und die Nase kurz in seiner Halsbeuge vergrub. Er kicherte leise.
„Schön, dann sehen wir uns wieder – bald hoffentlich, denn ich hab den Abend mit dir auch ziemlich genossen“ Er hielt ihn noch einen Moment an sich gedrückt, ehe er seinen Griff lockerte und den Kleineren wieder frei gab. Niles sah ihn von unten her an und zog einen seiner Mundwinkel verlegen in die Höhe und dann konnte Ioann nicht mehr widerstehen. Er beugte sich hinunter und noch während er eine Hand an seinen Nacken schob, presste er seine Lippen auf die des Australiers. Der schien kurz vor Überraschung zurück zu zucken, dann lehnte er sich ihm ein bisschen entgegen und schlang die Arme um seinen Hals. Ioann lächelte in den Kuss hinein, dann löste er sich wieder von ihm, ohne wirklich weit von ihm zurück zu weichen. Niles hielt die Augen weiterhin geschlossen und Ioann grinste, während er sein hingerissenes Gesicht betrachtete, dann seufzte Niles und blinzelte ihm zufrieden entgegen. Ioann grinste noch breiter und rümpfte ein wenig die Nase, ehe er sich vor beugte und ihn erneut küsste.
Eigentlich hatte er ihm nur einen kleinen kurzen Gute-Nacht-Kuss geben wollen, aber seine Lippen waren so süß und schienen vom ersten Augenblick an so perfekt gegen seine zu schmelzen, dass er einfach nicht aufhören konnte. Niles schmiegte sich enger an ihn und öffnete seine Lippen ein wenig, um neckend mit der Zunge über über Ioanns zu fahren. Der gab ein leises Brummen von sich, ehe er sich von ihm locken ließ und sie schließlich gegen die Tür sanken. Ioanns Finger griffen in das dichte Haar des Kleineren, während dessen Hände sich fest an seine Jacke krallten und für einen Augenblick vergaßen sie die Welt um sich herum... zumindest so lange, bis leise Schritte den Flur entlang zu hören waren. Ioann schreckte auf und wandte den Kopf herum, während Niles einen protestierenden Laut von sich gab. Doch auch sein Blick wanderte den Flur entlang, dann kicherte er. Hastig wandte er sich in Ioanns Armen um und stopfte die Schlüsselkarte in die dafür vorgesehene Vorrichtung, es klickte leise und schon im nächsten Moment fand sich Ioann in einem dunklen Hotelzimmer wieder. „Uhm, Niles... ich weiß nicht, ob du-“ Doch schon war die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen und er spürte die Hände des Blonden an seinem Jackenkragen. „Shhh!“ Er konnte das leise Kichern hören, dann spürte er das Ziehen an seiner Jacke und gab viel zu leicht nach. Ihre Lippen fanden sich in der Dunkelheit und entgegen aller Vorsätze befand Ioann, dass es jetzt ohnehin zu spät war, um noch nach Hause zu gehen...  

Spoiler:

„Und, wie war's?“ Tatsächlich war es Leon, der die Frage zuerst aussprach, obwohl sie ziemlich greifbar in der Luft gehangen hatte, seit sie in dem kleinen Pub eingekehrt waren. Nun, Leon war auch der einzige, der noch keine Einzelheiten erfahren hatte, denn natürlich hatte Ioann seinem Zwilling das meiste erzählt, der es wiederum nicht vor Lewis geheim halten konnte, weshalb Leon nun der einzige war, der keine Ahnung hatte.

„Oh Leon!“ ...



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